DOKUMENTATION  (HAMBURGER-TIERSCHUTZVEREIN)

Am Flughafen in Timisoara.

Am Flughafen in Timisoara.

21. MAI 2016

Freitagmorgen um 6.30 Uhr startete unser Trupp vom Flughafen Hamburg via München ins rumänische Timisoara. Katerina und Michel waren heute noch nicht dabei. Sie stoßen am Sonntag zu unserem Helferteam dazu und machen die Gruppe komplett.

Nachdem wir unsere Mietwagen abgeholt hatten, ging die Fahrt ins 170 km entfernte Baile Herculane. Inka und Thomas in Wagen Nummer eins mit Navi vorne weg, der Rest der Kolonne hinterher.

Nach etwa zwei Stunden Fahrt mit Sonnenschein, Regen, Blitzen und dann wieder Sonne hatten wir unser Ziel erreicht und konnten unsere Zimmer beziehen. Wir stellten nur kurz unsere Sachen ab, da alle neugierig waren, das Tierheim von ProDogRomania e.V. kennenzulernen. Also machten wir uns zum ersten Rundgang auf. Im Tierheim angekommen begrüßten wir Mishu, den Tierheimleiter, seine Frau Maria, Gigi, den rumänischen Arbeiter und Julius, einen Volontär aus Deutschland, der zurzeit im Tierheim tatkräftig unterstützt, und natürlich alle Vierbeiner. Es wurden erste Streicheleinheiten verteilt und sich ein Überblick über das Gelände verschafft.

Jetzt am Abend haben wir dann noch die Arbeitseinteilung für die nächsten Tage besprochen, um mit Struktur alle Bereiche des Tierheims abzudecken und alle anfallenden Arbeiten zu erledigen. Wir sind gespannt, motiviert und freuen uns auf die kommenden Tage.

Unsere Unterkunft.

Unsere Unterkunft.

Gabi begrüßt die Babies.

Gabi begrüßt die Babies.

Und auch Ewelina haben es die Welpen angetan.

Und auch Ewelina haben es die Welpen angetan.

Überblick und erste Kontakte.

Überblick und erste Kontakte.

Das Gelände wartet auf uns.

Das Gelände wartet auf uns.

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EIN ERFOLGREICHER ERSTER ARBEITSTAG

Annika und Nick messen Fieber beim Sorgenkind.

Annika und Nick messen Fieber beim Sorgenkind.

22. MAI 2016

Gestartet sind wir Samstagmorgen um acht Uhr Richtung Shelter, das fußläufig von unserer Unterkunft aus zu erreichen ist. Angekommen, machten sich alle frisch ans Werk. Es wurde geputzt, aufgeräumt, gepflegt und behandelt.

Wir teilten uns so auf, dass wir jeden Bereich des Tierheims mit mindestens zwei Leuten abdeckten. Gabi, Ewelina und Inka starteten ihren Tag in der Welpenquarantäne. Die Station besteht aus vier „Zimmern“ mit Ausläufen. Dort sind die Welpen-Neuankömmlinge untergebracht, werden dort versorgt und beobachtet, bevor sie mit anderen Hunden vergesellschaftet werden. Es gibt in der Station nicht nur viel zu putzen, die Welpen brauchen zwischendurch auch Nähe und Zuneigung. Gegen Ende des Tages waren alle Räume der Quarantäne blitzblank geputzt.

Annika und Merle betreuten die Halbstarken und die Hunde in den neu gebauten Zwingern. Wie in allen Zwingern standen auch dort erst einmal Reinigungsarbeiten an. Im Anschluss wurde gefüttert, gebürstet und natürlich auch geknuddelt.

Karen und Charlotte widmeten sich zunächst dem „Abäppeln“ in den beiden Hundehäusern, in denen die erwachsenen Hunde untergebracht sind. Gleichzeitig wurde auch auf den Gesundheitszustand der Hunde geachtet, um festzustellen, wer eventuell eine nähere Untersuchung benötigt. Während der Zwingerreinigung fielen auch einige Kandidaten für die Fellpflege ins Auge und so wurde sich später noch fleißig ans Bürsten gemacht. Unter anderem wurde auch Roco von seinen Fellplacken befreit. Der haarige Husky wurde bereits im letzten Mai von Nick gebürstet. Nun hatte er ein Jahr Zeit, die gleiche Menge an Unterwolle wieder anzusammeln. Roco zählt zu den Langzeitinsassen im Tierheim und würde sich so freuen, endlich seine Menschen zu finden.

Thomas und Nick schnappten sich Kärcher und Abzieher und machten sich daran, die Fußböden der Zwinger von Kot, Essensresten und den Überresten des Winterstrohs zu befreien. Das Kärchern musste zeitweilig wegen eines Stromausfalls unterbrochen werden. Trotzdem sind die ersten sieben Zwinger mit Innen- und Außenbereich bereits sauber. Die Zeit des Stromausfalls wurde genutzt, um Näpfe zu reinigen und Müll zu entsorgen.

Mit Unterstützung des Volontärs Julius wurde die medizinische Behandlung der Hunde vorgenommen. Husten- und Hauthunde bekamen ihre Medikamente und bei einem der kleinen Sorgenkinder wurde Fieber gemessen. Da er nicht fit genug war, um in seiner Gruppe zu bleiben, musste er separiert werden und verbringt jetzt seine Nacht in einer für ihn eingerichteten Notunterkunft.

Sandra und Björn widmeten ihre Zeit Mel’s Nest. Nachdem dort alle Hunde mit Futter und Wasser versorgt waren, unterstützten sie Ewelina und Gabi bei der Reinigung des Vet-Hauses.

Und auch neue Hunde zogen heute ins Shelter ein. Morgens fand Mishu auf der Straße eine Hundemama mit ihren vier Welpen. Eine andere Mama mit ihren Welpen wurde von Privatpersonen gebracht. Die Mamas und ihre Kleinen befanden sich alle in einem relativ guten Ernährungszustand und wurden zunächst provisorisch in einem Neubau untergebracht.

Alle erledigten Arbeiten gehören zu den Routineaufgaben im Tierheimalltag. Das bedeutet für uns, morgen geht es nicht nur weiter, sondern auch wieder von vorne los … Außerdem stehen das Sortieren des Spendenlagers, die Umsetzung von Roco als Langzeitinsassen in ein Freilaufgehege, die Bestandsaufnahme der Medikamente und Materialbeschaffung für Baumaßnahmen auf dem Programm.

Hier findest Du die Bilder zum Bericht

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HÜRDEN UND HINDERNISSE AN TAG ZWEI

Sandra sorgt für den wichtigen Sozialkontakt.

Sandra sorgt für den wichtigen Sozialkontakt.

23. MAI 2016

Auch Sonntagmorgen haben alle erst einmal die Routinearbeiten erledigt, Kot einsammeln, füttern, Wasser auffüllen, grundreinigen.

Danach wurden durch Thomas und Nick weiter die Zwinger gekärchert. Der fleißige Einsatz des Kärchers führte gegen Mittag dann wieder zu einem Strom- und Wasserausfall, so dass wir die Reinigungsarbeiten für den Rest des Tages auf Eis legen mussten. Montag soll ein Elektriker kommen, um das Problem zu beheben, damit wir mit vollem Einsatz weiter reinigen können. Unser Ziel ist es, bis zu unserer Abreise noch alle Zwinger sauber zu bekommen.

Da uns Strom und Wasser also erst einmal nicht mehr zur Verfügung standen, wurde heute viel Fellpflege betrieben. Viele Hunde konnten von ihrer Unterwolle befreit werden. Das ist bei den heißen Temperaturen tagsüber eine große Erleichterung für die Vierbeiner. Für uns jedoch auch schweißtreibend.

Außerdem haben wir das Gelände weiter aufgeräumt. Auch der Italiener Pepe, der von Italien mit dem Rad und seinem Hund im Korb hierher gefahren ist und jetzt im Tierheim mithilft, hat bei den Aufräumarbeiten tatkräftig mit angepackt. Ein ganz besonderer Kerl!

Inka und Julius haben den Vet-Raum, in dem die Medikamente gelagert werden, aufgeräumt und alles sortiert.

Langzeitinsasse Roco, den wir schon im letzten Frühling kennengelernt haben, soll möglichst in einen größeren Auslauf umziehen. Deshalb wurde er mit den Hundebewohnern in einem Auslauf zum ersten Beschnüffeln zusammen geführt. Auch die nächsten Tage werden wir ihn und die Gruppe wieder zusammensetzen und schauen, ob die Gruppendynamik so stimmig ist, dass wir Roco dort dauerhaft lassen können.

Die Samstag angekommenen Hundemamas brauchen noch ein wenig Zeit, um sich einzugewöhnen, werden aber schon zutraulicher und kümmern sich so liebevoll um ihre Welpen. Das Leben auf der Straße ist den Kleinen dankProDogRomania e.V. erspart geblieben.

Am Abend sind Katerina und Michel aus Hamburg angekommen. Alle haben sich über ihre Ankunft gefreut und ab morgen haben wir dann noch vier helfende Hände mehr.

Hier findest Du die Bilder zum Bericht

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SCHWEISSTREIBENDE ARBEITEN BEI HITZE UND SONNENSCHEIN

Finn wird von seiner dicken Wolle befreit.

Finn wird von seiner dicken Wolle befreit.

24. MAI 2016

Auch am Montag haben wir bei blauem Himmel und gleißender Sonne ordentlich reingehauen. Die Reinigungsarbeiten gingen wieder gut voran. Der Kärcher war voll einsatzfähig, sodass nun eines der Hundehäuser komplett gereinigt ist und die Böden dort blitzen. Das zweite Hundehaus ist in Bearbeitung.

Unsere Sonntag angereiste Verstärkung, in Person von Katerina und Michel, hat sich auch direkt mit Schrubbern und Schläuchen bewaffnet. In Mel’s Nest 2 wurden alle Unterkünfte durch Katerina, Gabi, Ewelina, Björn und Sandra geschrubbt und Hütten gereinigt. Michel hat gemeinsam mit Karen unter anderem Körbchen und Transportboxen gesäubert.

Annika und Merle haben die Welpen mit neuem Liegeuntergrund und Spielmöglichkeiten erfreut. Die neue Zwingerausstattung wurde von den Welpen freudig angenommen. Außerdem haben die beiden Finn, den Hund, den sie bereits Sonntag von seinem dicken, filzigen Fell befreien wollten, mit Hilfe von Nick in die Vet-Station gebracht, um ihn dort zu scheren. Nur so konnte man seinem Pelz Herr werden. Finn hat alles super mitgemacht und sich über seinen Besuch im „Schönheitssalon“ sehr gefreut.

Die Aufräumaktion im Spendenraum konnte heute auch starten. Nachdem alles einmal aus dem Lager ausgeräumt wurde, wurde der Raum gefegt und die Regale neu angeordnet. Der gesamte Bestand wurde durch Karen und Inka gesichtet. Anschließend wurde alles sortiert, beschriftet und wieder ordentlich eingeräumt. Dabei haben auch Thomas und Julius unterstützt.

Casi ist von Mishu und Inka in die Tierklinik gebracht worden. Er hat geschwollene Beine und lahmt. Deshalb muss er dringend eingehender untersucht werden, um eine ordentliche Diagnose zu erhalten und ihn dann hoffentlich erfolgreich behandeln zu können.

Nikita, die schöne weiße Hündin die Karen und Charlotte am Sonntag von ihrer ganzen Wolle befreit haben, ist zutraulich und lieb und hat das Bürsten gestern genossen. Insgesamt wirkt sie jedoch traurig. Sie scheint sich langsam aufzugeben. Es wäre so schön, wenn sie bald ein gemütliches Plätzchen bei liebevollen Besitzern finden würde.

Wir hoffen, dass wir morgen Baumaterial bekommen, um zwischen den Zwingern Sichtschutz einbauen zu können. Damit sollen Streitereien an den Zäunen verhindert werden, was für die Hunde weniger Stress bedeutet.

Abends hat dann Pepe aus Italien für uns alle Pasta gekocht! Beim Essen haben wir auf die europäische Tierschutzsolidarität angestoßen!

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HILFE VON OBEN

Tiffanys Fell wird von Katerina gepflegt.

Tiffanys Fell wird von Katerina gepflegt.

25. MAI 2016

Dienstagvormittag kam das versprochene Baumaterial an. Wir haben uns sehr über die Spanplatten gefreut und Thomas, Julius und Gogo, ein rumänischer Handwerker, haben sich direkt daran gemacht, die Platten zurechtzusägen und Sichtschutz zwischen den Zwingern anzubringen. Bei einem großen Teil der Zwinger sind sie schon fertig geworden.

Ein weiterer rumänischer Arbeiter hat das Abflussrohr vor Mel‘s Nest 2 ausgehoben und repariert, sodass dort das Wasser wieder ohne Probleme abfließen kann.

Natürlich gingen auch die Reinigungsarbeiten weiter voran. Es wurden unter anderem Hundekörbe gesäubert und anschließend neu verteilt. Bei der Reinigung der Zwinger hatten wir Hilfe von oben. Gegen Mittag gab es einen heftigen Regenschauer. Als der Regen weniger wurde, schnappten sich alle direkt Schrubber und Abzieher und machten sich daran, die eingeweichten Böden zu säubern. Außerdem wurde ein zweites Hundehaus komplett gekärchert.

Auch die neue Tierärztin Andrea war am Dienstag vor Ort und hat gemeinsam mit Julius die Hunde behandelt.

Nick und Julius haben einen Hund umgesetzt. Er hat sich weder mit seiner eigenen Gruppe verstanden, noch mit den Hunden im Nachbarzwinger, sodass er nun zur Entspannung aller umgezogen ist und sich mit seinen neuen Hundekumpels hoffentlich dauerhaft besser versteht.

Am Dienstag ist auch wieder eine neue Hundemama mit sieben Welpen eingezogen. Die Hündin wurde bei der Tierärztin Adriana in Timisoara gemeinsam mit ihren Welpen in der Praxis abgegeben. Die Welpen sind gerade einmal drei Tage alt. Inka und Charlotte haben für die Ankunft der kleinen Familie einen der Quarantäneräume gründlich gereinigt und desinfiziert. Bei so jungen Welpen ist das sehr wichtig, damit sie gute Überlebenschancen haben.

Am Mittwoch steht ein Transport nach Deutschland an, mit dem viele Hunde dank ProDogRomania e.V. in ein neues Leben starten. Wir sind gespannt und freuen uns so für die Hundeseelchen.

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EIN TAG VOLLER EMOTIONEN

Casi leidet unter seinen geschwollenen Beinen.

Casi leidet unter seinen geschwollenen Beinen.

26. MAI 2016

Am Mittwochmorgen mussten wir uns erst einmal von Sandra und Björn verabschieden. Es gab einige Tränen und wir haben uns kräftig gedrückt. Danach musste der Alltag im Tierheim aber gleich weitergehen, denn die Hunde müssen versorgt und geherzt werden, das hat oberste Priorität.

Für viele von uns wird Donnerstag schon der letzte Tag im Shelter sein. Danach bleiben bis Sonntag nur noch Inka, Thomas, Katerina und Michel vor Ort. Für die Abreisenden wird es emotional immer schwieriger, je näher der Abschied rückt, denn man weiß, man muss die liebgewonnenen Hundeseelen zurück lassen.

In den vergangenen Tagen haben wir mit 13 Leuten tatkräftig den Tierheimalltag unterstützt. Diesen müssen, wenn wir nicht mehr da sind, wieder eine handvoll Leute alleine wuppen. Man hat die letzten Tage gesehen, wie viele Reinigungsarbeiten und Baumaßnahmen wir verrichtet und was wir an Streicheleinheiten verteilt haben, und kann sich vorstellen, dass eine handvoll Menschen lediglich und nur mit Mühe überhaupt die Grundversorgung gewährleisten kann.

Tiffany
ist am Mittwoch in einen anderen Zwinger umgezogen, da sie in ihrer letzten Gruppe gemobbt wurde. Sie durfte dort den Innenbereich nicht nutzen und musste bei Wind und Regen draußen bleiben. Mit ihrem neuen Mitbewohner Pumpkin scheint sie bisher sehr gut auszukommen. Und auchCharles hat den Zwinger gewechselt. Er zeigte sich in seiner bisherigen Gruppe unfreundlich gegenüber den anderen Bewohnern. Nun wohnt er mit der freundlichen Hündin Mel zusammen und die beiden wirken sehr harmonisch.

Die am Dienstag angereiste Hundemama mit den drei Tage alten Welpen lebt sich dank Katerinas liebevoller Betreuung gut ein und verliert langsam ihre Scheu.

Heute wurden noch viele pflegerische Maßnahmen vorgenommen. Nick und Inka haben unter anderem auch Krallen geschnitten. Nicht immer war dies eine einfache Aufgabe, so dass zur Sicherheit auch einmal ein Maulkorb angelegt werden musste.

Casi der am Montag in die Tierklinik gereist ist, ist einer der Sorgenfellchen, von dem man nur schweren Herzens Abschied nimmt. In der Tierklinik konnte zum wiederholten Mal keine Ursache für seine geschwollenen Beine festgestellt werden, denn Casi wurde dort bereits im Januar vorgestellt. Klar ist, er hat Schmerzen und bekommt jetzt Schmerzmittel, aber er hat körperlich, seitdem er in das Tierheim gekommen ist, stark abgebaut. Casi muss dringend ausreisen und gründlich untersucht und medizinisch versorgt werden.

Opa Taavi, auch ein Kandidat für den man sich so sehnlich ein warmes, ruhiges Plätzchen für seinen Lebensabend wünscht, wurde von Annika am Mittwoch mit einem Kauknochen versorgt. Für den Opa eine schöne Beschäftigung in seinem tristen Alltag.

Die am Dienstag begonnenen Bauarbeiten in Form von Sichtschutz sind fast fertiggestellt. Dass diese unheimlich wichtig sind, kann man an Desioerkennen. Er wurde von seinem Nachbarn bei einer Streiterei durch den Zwingerzaun gezogen und schwer am Kopf verletzt. Sein rechtes Ohr wurde zur Hälfte abgerissen und die Haut vom Nacken bis zum Hinterkopf abgezogen. Am Nacken hat er immer noch eine offene Stelle. Die eingezogenen Spanplatten verhindern hoffentlich solch schwere Unfälle in Zukunft.

Roco wird nach wie vor jeden Tag in die Hundegruppe gebracht und bleibt dort so lange bis sich die Lage entspannt hat. Er und die Gruppe nähern sich langsam an, wobei es jedoch immer noch zu ritualisierten Auseinandersetzungen kommt. Die Gruppe in dem Auslauf arbeitet dabei als Team zusammen und verteidigt ihr Revier aggressiv gegen andere Hunde und zum Teil auch gegen Menschen. Roco zeigt sich bei alledem sehr souverän und weiß mit der Situation gut umzugehen, da er ein selbstbewusster Rüde ist. Die Gruppe in die Roco integriert werden soll, besteht ausschließlich aus Langzeitinsassen, die das Tierheim vermutlich nie verlassen werden. Um Rocos Bewegungsdrang gerecht zu werden, versuchen wir weiterhin die Vergesellschaftung täglich voranzubringen.

Ab Donnerstag rückt versierte Unterstützung an. Anna, die Vorsitzende vonProDogRomania e.V. wird vor Ort sein und kann sich dann auch ein Bild von Roco und der Gruppe machen. Wir freuen uns, Anna ab morgen zur Seite zu haben.

Die zwei Welpen, die wir aufgrund ihres Gesundheitszustandes im Vet-Raum separieren mussten, durften heute, abgetrennt von den anderen, draußen toben. Die zwei haben ihren Ausflug sehr genossen und wurden dabei auch noch von Inka und Charlotte beschmust.

Der Höhepunkt des Tages war für alle, dass ein Transporter das Tierheim verlassen und sich Richtung Deutschland aufgemacht hat. An Bord 26 Hunde die in verschiedenen deutschen Tierheimen bereits sehnlich erwartet werden. Es ist toll zu sehen, wie viele Tierheime den Auslandstierschutz unterstützen. Gigi, fester Mitarbeiter des Tierheims, hat den Transport liebevoll vorbereitet. Er hat die Transportkisten mit Unterlagen ausgelegt, so dass die lange Reise von den Fellnasen gut überstanden wird. Beim Verladen wurden die Hunde behutsam aus ihren Zwingern geholt und in den Transporter getragen. Die Freude darüber, dass diese 26 Hunde in ein neues Leben starten können, war bei allen groß, so dass auch ein paar Freudentränen flossen. Gleichzeitig ist es schwer zu sehen, wie viele Hunde im Tierheim verbleiben und wie viele immer wieder dazu kommen.

Am Donnerstag werden wir alle wieder richtig reinhauen. Für die Abreisenden ist es die letzte Gelegenheit die restlichen Punkte auf unserer To Do Liste abzuarbeiten. Der Abschied wird so schwer fallen.

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ABSCHIEDNEHMEN IST DAS SCHWERSTE

Ewelina hat sich in den zurückliegenden Tagen ganz toll um die Welpen gekümmert.

Ewelina hat sich in den zurückliegenden Tagen ganz toll um die Welpen gekümmert.

27. MAI 2016

Donnerstag war für den größten Teil der Gruppe der letzte Tag, deshalb waren alle besonders motiviert, aber auch besonders traurig. Jeder hat ein, zwei Hunde, die ihm besonders ans Herz gewachsen sind und denen man ein besseres Leben verspricht. Für rumänische Verhältnisse ist das Tierheim Baile mit Sicherheit schon eines der besten, aber im Vergleich zu dem, was man, wenn man aus Deutschland kommt, von einem Tierheim erwartet, sind die Zustände immer noch mangelhaft. Die Hunde leiden unter dem wenigen Auslauf, dem mangelnden Sozialkontakt und medizinische Sorgenfälle können hier nur schwer genesen.

Charlotte ist der Abschied von Roco dieses Mal besonders schwer gefallen. Sie wünscht sich für den großen, lieben Kerl, der schon so lange im Tierheim sitzt, ein tolles Zuhause mit erfahrenen Adoptanten. Karen hat ihr Herz anPeterle verloren. Ewelina hat als Ersatz-Hundemama, mit Hilfe von Gabi, ihre Welpen ganz toll gepäppelt. Gabi fiel der Abschied sehr, sehr schwer. Insbesondere hoffen beide natürlich, dass alle „ihre“ Welpen durchkommen. Die Welpen-Sterblichkeit ist leider immer noch sehr hoch. Die Abreisenden sind froh, dass noch ein paar Leute ein paar Tage vor Ort bleiben und sich um alle Schützlinge kümmern. Das tröstet ein wenig über den Abschiedsschmerz hinweg. Alle würden das Tierheim in Baile gerne wieder besuchen, denn wir sind froh, in das Leben der Fellnasen Positives gebracht zu haben.

Anna, Vorsitzende von ProDogRomania e.V. und Florian vom Tierheim Koblenz sind zu uns gestoßen. Die beiden haben sich sofort daran gemacht Hunde zu erfassen. Eine sehr wichtige Aufgabe, denn nur, wer in der Galerievon ProDogRomania im Internet ist, hat die Chance gesehen zu werden und das Tierheim verlassen zu können. Es war für alle sehr schön sich kennenzulernen und sich auszutauschen. Ein paar Hunde haben wir noch in neue Gruppen umgesetzt. Der Umzug ermöglicht ihnen hoffentlich einen stressfreieren Alltag. Die kleinsten und schwächsten von den Welpen konnten in ein neues Gehege in Mel’s Nest umziehen. Vorher wurde dieses von Annika und Merle gründlich gereinigt und desinfiziert. Die Welpen erholen sich dort hoffentlich gut. Die hübsche Hündin Isabelle musste ins Vethaus gebracht und nachmittags von der Tierärztin angeschaut werden. Sie war in eine Beißerei verwickelt und hat tiefe Verletzungen an den Beinen davon getragen. Sie hat Antibiotikum und Schmerzmittel bekommen. Solche Unfälle bleiben nicht aus, wenn die Hunde Tag ein Tag aus in ihren Zwingern zusammensitzen müssen.

Der neuen Hundemama und ihren sieben Welpen geht es weiterhin gut. Sie braucht noch etwas Zeit, um ihre Scheu zu überwinden und beobachtet alles ganz genau. Donnerstag hat Katerina trotzdem gemerkt, dass die hübsche Hundemama langsam Vertrauen fasst und versteht, dass wir ihr und ihren Welpen nichts Schlechtes tun wollen.

Morgen werden die Verbliebenen ihre Kräfte bündeln, um weiterhin eine gute Versorgung aller Hunde zu gewährleisten.

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WIR KÄMPFEN WEITER!

Katerina badet Biala.

Katerina badet Biala.

28. MAI 2016

Der Umstand, dass wir am Freitag nur noch eine Handvoll Helfer waren, hat uns nichts von unserer Motivation genommen – im Gegenteil, wir waren fest entschlossen, unser Bestes zu geben, um „unsere“ Hundeseelchen weiter bestmöglich zu versorgen. Wir haben uns noch früher als an den letzten Tagen auf den Weg ins Shelter gemacht, um alles zu schaffen, was wir uns vorgenommen hatten. Hand in Hand und mit großem Einsatz haben wir uns durch den Tag gekämpft, nicht mal die erschöpfende Hitze konnte uns daran hindern.

Leider hat uns der Tag nicht nur Positives gebracht. Gleich am Morgen mussten wir zwei Welpen, deren Zustand sich deutlich verschlechtert hatte, ins Vethaus bringen. Sie wurden von der Tierärztin Adriana untersucht und mit Medikamenten versorgt. Beim Verdacht auf Parvovirose müssen sie im Vethaus bleiben, um ihre medizinische Versorgung besser gewährleisten zu können und die Ansteckung anderen Welpen zu verhindern. Wir wünschen uns sehnlich, dass sie es schaffen, die Prognose ist aber schlecht. Dies gehört leider auch zu dem Alltag in einem Tierheim.

Nach diesem traurigen Anfang des Tages haben wir uns sofort an die Arbeit gemacht und es ging weiter wie jeden Morgen – Hunde mit Futter und Wasser zu versorgen, Kot aufsammeln, Hundezwinger und Ausläufe reinigen. Danach konnten Thomas, Inka und Pepe damit anfangen, die letzten Zwinger zu kärchern. Mit Stolz können wir nun berichten: Wir haben es geschafft! Alle Hundeunterkünfte und Hundehütten wurden mit Hilfe des Hochdruckreinigers grundgereinigt, vom Dreck und Kot befreit und es tut richtig gut zu sehen, wie es die Hunde genießen. Das haben wir zusammen geschafft mit unseren Mitkämpfern, die gestern leider zurück nach Deutschland gereist sind. Wir hoffen, ihr seid gut angekommen! Ein großer Dank auch an Pepe aus Italien, einem Mann mit dem Herz an der richtigen Stelle, der uns bei allen Aufgaben tatkräftig unterstützt und für die Hundeseelchen immer eine Zärtlichkeit übrig hat. Ein ganz besonderer Kerl!

Auch mit der Anbringung der Sichtschutzelemente sind wir gut vorangekommen und mit Hilfe von Thomas und Gogo sind alle großen Häuser fertig geworden. Morgen müssen noch ein paar Holzspanplatten in Mel‘s Nest befestigt werden. Weitere Hundeboxen wurden von Michel sauber geschrubbt, der sich zusammen mit Julius und Katerina auch um die Kleinsten gekümmert hat.

Katerina hat nach der Absprache mit der Tierärztin Adriana alle Hunde, die unter Demodex-Erkrankung leiden, mit einem speziellen Shampoo gebadet. Demodex-Milben sind winzig kleine Milben, die sich im Haarbalg und in den Talgdrüsen der Hunde aufhalten und dort parasitieren. Diese Badebehandlung soll die Milben abtöten. Die meisten Hunde haben es genossen, denn auch das Baden bedeutet Aufmerksamkeit, die sie oft so sehr vermissen.

Auch Freitag haben wir, nach der Absprache mit Anna, der Vorsitzenden vonProDogRomania e.V.., Hunde umgesetzt. Eine ganz tolle Hundemama lebte mit ihren drei Welpen in einem kleinen Zwinger, der schwieriger zugänglich ist, weil man durch zwei anderen Gehege gehen muss, um diese kleine Familie zu versorgen. Da es bei einer säugenden Mutter und kleinen Welpen wichtig ist, sie intensiver zu versorgen, hat sie Michel mit Julius in einen Eckzwinger gebracht, der für sie besser geeignet ist. Diese wunderbare, ruhige Hündin ist vor allem Katerina ans Herz gewachsen und sie freut sich sehr, dass sie gestern von Anna und Florian erfasst wurde und bald in dieGalerie von ProDogRomania e.V. kommt.

Freitag war auch Kastrationstag. Nachdem die Tierärztin Adriana ihre regelmäßige Runde mit dem Volontär Julius durchs Tierheim gemacht hat, wurden sieben Hunde und zwei Katzen ins Vethaus gebracht, wo sie von Adriana kastriert wurden. Kastrieren ist eine von den wichtigsten Aufgaben, die dafür sorgen soll, dass immer weniger Hunde unter schlechten Zuständen in Rumänien leben und leiden müssen.

Zum Schluss würden wir gerne von einem ganz tollen Kerl berichten, der vor allem Inkas Herz erobert hat. Larson ist ein großer, weißer Bär, der abgemagert und voller Zecken ins Tierheim kam. Jeden Tag schenkt ihm Inka eine besondere Aufmerksamkeit, um ihn aufzupäppeln und ihm den Alltag im Zwinger ein klein wenig zu verbessern. Sie ist sehr glücklich darüber, dass er schon beim nächsten Transport nach Deutschland einen Platz reserviert hat und bald im Tierheim Rüsselsheim sein neues Leben anfangen kann.

Morgen liegt unser letzter ganzer Tag vor uns und wir haben noch einiges vor!

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EIN SCHWERER LETZTER ARBEITSTAG

Die Hitze macht Hunden und Helfern das Leben schwer.

Die Hitze macht Hunden und Helfern das Leben schwer.

29. MAI 2016

Der Samstag war hart. Nachdem wir ins Tierheim kamen, haben wir eine Hundemama in höchster Not vorgefunden. Sie ist wahrscheinlich in der Nacht über den Zaun geklettert und nachdem sie zurück zu ihren Welpen wollte, ist sie mit dem Kopf im Zaun stecken geblieben und hat es nicht mehr geschafft, sich zu befreien.

Ihre Schutzengel standen ihr zum Glück bei und wir haben sie schneller gefunden als die freilaufenden Hunde. Denn das hätte für sie katastrophale Folgen haben können. Danach ging alles sehr schnell. Während Katerina die anderen Hunde von ihr fern gehalten hat, haben Mishu und Pepe die Hündin von draußen befreit, sie danach zusammen mit Julius und Inka untersucht und ihre Verletzungen medizinisch behandelt. Wir waren alle sehr erleichtert, dass sie nur ein paar kleine Verletzungen erlitten hat, wahrscheinlich während sie selber versucht hat, sich zu befreien.
Nachdem sie in ihr Gehege zu ihren Welpen zurückgebracht und gefüttert wurde, hat sie eine Weile nur geschlafen. An ihrem Zwinger wurde heute ein Übersprungschutz gebaut, damit das nie mehr passieren kann.

Aber dieses Erlebnis war leider nicht das letzte, das heute unsere Kräfte auf die Probe gestellt hat. Denn kurz danach mussten wir feststellen, dass es die beiden kranken Welpen nicht geschafft haben und in der Nacht gestorben sind. Einen anderen Welpen mit der gleichen Symptomatik haben wir ins Vethaus gebracht. Das ist die harte Realität hier, man wird regelmäßig mit einem Gefühl der Hilfslosigkeit konfrontiert und es kommt nicht darauf an, wie sehr man sich bemüht, wie sehr man will, man kann trotzdem nicht alle retten. Obwohl es einigen schwer fiel, diese Situation zu verarbeiten, haben wir uns bald wieder an die Arbeit gemacht, denn es gibt noch viele Fellnasen im Tierheim, für die man vieles machen kann und die auf uns gewartet haben.

Wie immer haben wir uns erstmal an die Grundversorgung gemacht. Den ganzen Tag von dem Gedanken begleitet, dass es nun der letzte Tag ist, haben wir uns besonders bemüht, so viel und so gut wie möglich alles zu schaffen. Es wurden wie jeden Tag alle Hundezwinger mit dem Schlauch und manche Hundeunterkünfte noch einmal mit dem Kärcher sauber gemacht. Auch weitere Sichtschutzelemente wurden befestigt. Man merkt, wie viel ruhiger es im Tierheim geworden ist. Die Hunde können sich in den Außenzwingern entspannen, ohne aufpassen zu müssen, was von der Seite kommt. Wir mussten heute öfter als sonst alle Wassernäpfe auffüllen, denn der heutige Tag war mit 32 Grad besonders heiß. Diese Hitze hat nicht nur uns zu schaffen gemacht, sondern auch den Hunden, die in ihren Zwingern oft nur erschöpft lagen. Deswegen hat es sehr geholfen, dass gestern Abend Inka und Thomas in den Supermarkt gefahren sind, um neue Eimer zu kaufen, die man als Wassernäpfe für die Zwinger mit vielen Hunden benutzen kann.

Am Samstag ist ein Transporter mit Sachspenden angekommen. Unter anderem mit Hundekörben, Decken und Futter. Wir haben uns vor allem über die Dosen mit Welpenfutter gefreut, denn die Vorräte waren gestern ausgegangen. Auch Einweg-Decken waren dabei, die Katerina gleich in dem Gehege mit den Kleinsten verteilt hat. Die Freude darüber war groß und für die Welpen ein Grund zum Spielen und Toben.

In Mel’s Nest 2 haben wir heute begonnen, die Unterkünfte von den Hunden zu verbessern. In einem Zwinger mit sechs Junghunden stand nur eine Hütte, deren Boden fehlte, wir haben sie durch einen großen Hundekorb ersetzt. Für diese Hunde wurde eine neue größere Hütte gebaut und gleich in das Gehege gestellt. Noch zwei Hütten wurden angefertigt und in die Gehege gebracht, in denen die Hütten kaputt waren oder zu wenig für die Anzahl der Hunde.

Morgen, am Sonntag, müssen wir wieder nach Deutschland fliegen. Wir sind aber entschieden, früh aufzustehen, um noch ins Tierheim zu kommen, ein paar Aufgaben zu erledigen und um sich von allen, vor allem unseren vierbeinigen Lieblingen zu verabschieden.

Wir melden uns noch!

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FAZIT EINER ARBEITSREICHEN WOCHE

Thomas, Inka, Katerina und Michel haben sich schweren Herzens auf die Heimreise gemacht.

Thomas, Inka, Katerina und Michel haben sich schweren Herzens auf die Heimreise gemacht.

30. MAI 2016

Sonntag war unser letzter Tag in Baile Herculane. Eigentlich war es kein Arbeitstag, denn schon um 9.30 Uhr mussten wir uns auf den Weg zum Flughafen machen. Wir waren vor der Abreise natürlich noch im Tierheim.

An diesem Tag haben wir uns aber nicht in der Pension getroffen, um zusammen ins Tierheim zu gehen. Jeder von uns hatte noch ein paar Sachen, die er schaffen wollte und so ging jeder so früh hin, wie er wollte, um alles erledigen können. Sachen, die man noch auf dem Herzen hatte. Wir haben noch schnell die Hunde mit Nassfutter oder Leckereien versorgt, die mager oder schwach sind, Hunde um die man sich intensiver kümmern sollte. Natürlich auch Mütter und Welpen. Wir haben noch ein paar Streicheleinheiten verteilt, uns verabschiedet, ein paar nette Worte zu unseren vierbeinigen Lieblingen gesagt, Tränen vergossen. Manchen Hunden, die uns besonders ans Herz gewachsen sind, haben wir versprochen, dass wir uns bemühen werden, sie dort rauszuholen, damit sie ein schöneres Leben haben können. So ein Leben, das sie alle verdienen. Alle.

Wir wissen nicht, wie viel Hunde wir in Baile Herculane kennengelernt haben, es müssten so zwischen 300 bis 400 Hundeseelen sein. Was wir aber mit Sicherheit sagen können: Wir haben keinen einzigen Hund gesehen, der aggressiv wäre. Es waren überwiegend Hunde, die sich riesig gefreut haben, als man in ihre Nähe kam und nach Aufmerksamkeit gerufen haben, die einen stürmisch begrüßt und jede Berührung genossen haben. Auch Hunde, die ganz ruhig in ihren viel zu kleinen Zwingern standen und uns nur mit ihren Blicken angefleht haben. Blicken, die alles sagten und die einem das Herz immer wieder gebrochen haben. Und wir haben auch Hunde kennengelernt, die ängstlich sind und in unserer Anwesenheit auf Abstand gingen und alles vorsichtig aus der Entfernung beobachtet haben oder sich in ihren Hütten versteckt haben. Aber die ganze Woche über haben wir uns nie in einem von den Zwingern unsicher gefühlt.

Was wir aber häufig gesehen haben waren abgemagerte Hunde, die zu schüchtern sind, um sich ans Futter zu trauen oder sich bei ihren „Mitbewohnern“ durchsetzen zu können. Hunde, die dringend gebürstet werden mussten oder so verfilzt sind, dass man ihr Fell gar abschneiden musste. Viel zu viele Welpen ohne Mutter, die sich irgendwie durchschlagen müssen. Kranke Hunde, die in dortigen Bedingungen nicht gesund werden. Hunde, die im Dreck und Kot leben müssen, weil sie einfach zu viele sind und ihre Gehege schon zwei Stunden nach der Reinigung wieder verschmutzt sind. Es gibt kein Gassigehen, keine Wiesen, sie verlassen ihre Zwinger nie. Aber das, was den Hunden am meisten fehlt, ist ein regelmäßiger Sozialkontakt. Aufmerksamkeit. Worte, die Michel im Auto sagte, haben es gut zusammengefasst: „Ich habe noch nie erlebt, dass ein Hund eine Streicheleinheit dem Dosenfutter vorzieht.“ Und genau so ist das. Es ist fast unglaublich, wie freundlich die Hunde gegenüber Menschen sind, trotz des elenden Lebens.

Es war eine anstrengende Woche. Harte körperliche Arbeit, fast täglich in der prallenden Sonne. Viele emotionale Momente, von Trauer, Frust, Verzweiflung, bis zur Freude und Rührung. Erfolge und Misserfolge. Abwechslungsreiche Tage, die man nicht planen kann, denn es gibt immer etwas Unerwartetes und wenn man schon denkt, dass alles gut läuft, kommt wieder etwas dazwischen, was man dringender erledigen muss. Wir haben traumhafte Hunde und tolle Menschen kennengelernt, dann wieder Momente erlebt, wo wir am verzweifeln waren. Aber jede Minute war es wert. Wir konnten in der Woche einige Sachen bewegen und haben es geschafft, dank des Einsatzes vor Ort, die Lebensbedingungen der Hunde ein wenig zu verbessern. Ihnen den grauen Alltag im Tierheim ein kleines Stück schöner zu machen. Und obwohl wir schon in Deutschland sind, sind wir in Gedanken trotzdem immer noch bei ihnen.

Für jeden von uns war der Abschiedsschmerz groß. So beschreibt es Inka: „Mir fiel es schwer, die Hunde zurück zu lassen. Verabschiedet habe ich mich bei allen. Dreien konnte ich sagen „Wir sehen uns bald, halte durch!“ und den vielen anderen habe ich versprochen alles dafür zu tun, so viele wie möglich da rauszuholen und auch wiederzukommen, um ihnen das Leben dort leichter zu machen.“

Danke an alle, die unsere Berichte gelesen haben. Bei Interesse, die Arbeit vor Ort zu unterstützen, melden Sie sich bei der rumaeniengruppe@gmx.de, wir würden uns über jede Unterstützung freuen. Denn je mehr Leute wir sind, desto mehr können wir bewirken und das Leben vor Ort langfristig positiv beeinflussen.